Die Suchfunktion Ihrer Webseite ist älter, als Sie denken – und kostet Sie täglich Besucher

Indexed Search, KE-Search und vergleichbare Erweiterungen leisten seit vielen Jahren zuverlässige Dienste. Doch was Besucher heute von einer Suche erwarten, hat sich grundlegend verändert. Wer weiterhin nur Stichworte abgleicht, verschenkt nicht nur Komfort, sondern auch Kundenkontakte.

Wenn ich eine Webseite analysiere, schaue ich mir früher oder später die interne Suche an. In den meisten Fällen finde ich dort eines von zwei Werkzeugen: Indexed Search, die Standardlösung von TYPO3, oder KE-Search, die seit Jahren beliebte Erweiterung. Beide arbeiten zuverlässig. Beide tun, wofür sie ursprünglich entwickelt wurden. Und beide stammen aus einer Zeit, in der Besucher noch akzeptiert haben, selbst herausfinden zu müssen, mit welchen Begriffen sie suchen müssen, damit eine Webseite passende Ergebnisse liefert.

Diese Zeit ist vorbei.

Warum klassische Suche an ihre Grenzen stößt

Beide genannten Werkzeuge sind im Kern Stichwortsuchen. Sie zerlegen die Inhalte einer Webseite in einzelne Begriffe und gleichen die Eingabe des Besuchers mit diesem Index ab. Solange der Besucher genau das Wort verwendet, das auch im Text steht, funktioniert das gut. Sobald er anders formuliert, bricht das Verfahren oft zusammen.

Ein Beispiel: Auf der Webseite einer Steuerkanzlei steht ein Beitrag zur „Umsatzsteuer-Voranmeldung“. Der Besucher tippt: „Wann muss ich die Mehrwertsteuer ans Finanzamt melden?“ – und erhält keinen Treffer. Aus Sicht der Suche ist das logisch: Das Wort „Mehrwertsteuer“ kommt im Text nicht vor. Aus Sicht des Besuchers ist es eine Sackgasse. Er klickt zurück – im Zweifel zum Wettbewerb.

Hinzu kommt eine veränderte Erwartungshaltung. Wer heute eine Suche benutzt, ist daran gewöhnt, eine vollständige Frage zu stellen und eine direkte Antwort in ganzen Sätzen zu erhalten – inklusive Quellenangabe. Genau diese Erwartung bringen Besucher inzwischen auch auf Unternehmenswebseiten mit. Eine reine Trefferliste wirkt dagegen wie ein Rückschritt.

Was abrufgestützte und kontextgestützte Verfahren leisten

In den vergangenen Jahren haben sich zwei Verfahren etabliert, die genau diese Lücke schließen: Retrieval-Augmented Generation und Cache-Augmented Generation – kurz RAG und CAG.

Ich spreche in Gesprächen lieber von „abrufgestützter Suche“ und „kontextgestützter Suche“, weil die deutschen Begriffe besser beschreiben, was tatsächlich geschieht.

Der Grundgedanke ist bei beiden Verfahren derselbe: Die Inhalte einer Webseite werden nicht nur in Stichworte zerlegt, sondern semantisch erfasst. Stellt der Besucher eine Frage, sucht das System nicht nach identischen Wörtern, sondern nach inhaltlich passenden Stellen im Datenbestand.

Ein Sprachmodell formuliert daraus eine Antwort in ganzen Sätzen – ergänzt um Verweise auf die relevanten Quellen der eigenen Webseite. Die Besucherin der Steuerkanzlei erhält dadurch eine verständliche Antwort zur Umsatzsteuer-Voranmeldung samt Verweis auf den passenden Beitrag. Sie bleibt auf der Webseite – und stellt im Zweifel eine Anfrage.

Drei Beispiele

Ein mittelständischer Maschinenbauer hatte das Problem, dass Interessenten in der Suche nach Anwendungsfällen suchten – nicht nach Produktnamen. Die klassische Suche lieferte kaum Ergebnisse. Mit einem abrufgestützten Verfahren beantwortet die Webseite heute Fragen wie: „Welche Anlage eignet sich für Aluminiumprofile?“ – und führt Interessenten direkt zum passenden Datenblatt.

Eine Kanzlei mit umfangreichem Beitragsarchiv stand vor der Frage, ob ihre Inhalte überhaupt noch genutzt werden. Mit einer kontextgestützten Suche erhalten Mandanten Antworten in ganzen Sätzen – inklusive Verweis auf den jeweiligen Originalbeitrag. Verweildauer und Erstanfragen sind seit der Einführung deutlich gestiegen.

Ein Anbieter von Software für das Gesundheitswesen kämpfte mit einer wachsenden Dokumentation, die sich über die klassische Suche kaum noch sinnvoll durchsuchen ließ. Heute beantwortet ein kontextgestütztes System sowohl Kundenfragen im Bereich „Hilfe und Anleitung“ als auch interne Anfragen des Vertriebs. Die Lösung läuft auf eigener Infrastruktur in Europa. Sensible Inhalte verlassen das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt.

Was es kostet – und was nicht

Der häufigste Einwand lautet: „Das klingt interessant, ist für uns aber wahrscheinlich zu teuer.“

Diese Annahme stammt oft noch aus der Anfangszeit der großen Sprachmodelle, als jeder API-Aufruf amerikanischer Anbieter spürbare Kosten verursachte.

Heute sieht die Lage anders aus. Europäische Modelle wie Mistral lassen sich zu vergleichsweise geringen Kosten betreiben – in vielen Fällen sogar auf eigener Infrastruktur. Die laufenden Kosten für eine typische Mittelstandswebseite bewegen sich häufig in einer Größenordnung, die bereits durch eine einzige zusätzliche Kundenanfrage pro Monat amortisiert wird.

Hinzu kommt: Die fortlaufende Pflege klassischer Suchsysteme – Synonyme, Stoppwörter, Gewichtungen und Sortierregeln – entfällt zu großen Teilen. Was bleibt, ist eine einmalige Einrichtung. Und auch diese ist meist überschaubarer, als viele vermuten.

Mein Rat

Bevor Sie über eine neue Suche nachdenken, beantworten Sie drei Fragen:

  • Wie oft nutzen Ihre Besucher die Suche – und wie oft führt sie zu keinem brauchbaren Ergebnis?
  • Welche Inhalte auf Ihrer Webseite sind besonders wertvoll, werden aber heute kaum gefunden?
  • Welche Anfragen würden Sie häufiger erhalten, wenn die Suche echte Antworten liefern würde statt bloßer Trefferlisten?

In den meisten Projekten, die ich begleite, zeigt die Auswertung der Suchprotokolle ein klares Muster: Die klassische Suche scheitert nicht selten, sondern regelmäßig. Und sie scheitert genau dort, wo es wirtschaftlich relevant wird – bei Interessenten kurz vor einer Anfrage.

Wenn Sie das Thema angehen wollen

Ich begleite kleine und mittelständische Unternehmen bei der Modernisierung ihrer TYPO3-Webseiten – von der Analyse bestehender Systeme über die Konzeption bis zur technischen Umsetzung abrufgestützter und kontextgestützter Suchlösungen auf Basis europäischer Modelle.

Für den Umstieg von Indexed Search oder KE-Search auf ein zeitgemäßes Verfahren steht eine praxiserprobte Lösung bereit, die sich flexibel an bestehende TYPO3-Systeme anpassen lässt.

Wenn Sie überlegen, wie Ihre Webseite Besuchern bessere Antworten liefern – und dadurch mehr Anfragen generieren – kann, freue ich mich über ein Gespräch.